Pressemitteilung

14. Fachplanertag Brandschutz: Veranstaltung mit Fokus Flüchtlingsunterbringung

Wiesbaden/Friedberg, 17. März 2016. – Wie gelingt es innerhalb kürzester Zeit, vielen Menschen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, der den rechtlichen Anforderungen genügt, insbesondere denen des Brandschutzes? Der 14. Fachplanertag Brandschutz, der heute in der Stadthalle Friedberg stattfindet, informiert Ingenieure, Planer und Architekten über die aktuellen Regelungen für die Schaffung und Gestaltung von Wohnraum für Flüchtlinge.

„Unser Fachplanertag Brandschutz ist in den Kalendern der hessischen Ingenieure, Planer, Brandschutzbeauftragten sowie Sachverständigen eine feste Größe. Sie wissen, dass sie diese Fachveranstaltung in jedem Jahr wieder mit aktuellstem fachlichem Know-how verlassen, das sie für ihre alltägliche Praxis sehr gut gebrauchen können. In diesem Jahr haben wir den Fokus auf die Flüchtlingsunterkünfte gelegt“, sagte Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Udo F. Meißner, Präsident der Ingenieurkammer Hessen. Darüber hinaus biete die begleitende Fachausstellung Gelegenheit, sich über neue Produkte und Verfahren zu informieren und den Austausch mit der Kolleginnen und Kollegen zu führen.

Baurechtliche Anforderungen

Die für die Umsetzung erforderlichen städtebaulichen Anforderungen ergeben sich im Wesentlichen aus dem Baugesetzbuch. Um handlungsfähig zu sein, wurde bereits 2014 vom Bundesgesetzgeber das Bauplanungsrecht für die Unterbringung von Flüchtlingen gelockert. Damit wurde beispielsweise ermöglicht, Gewerbegebiete für die Unterbringung von Flüchtenden zu nutzen. Bald schon wurde mehr gebraucht und es wurden weitere Erleichterungen geschaffen. Die Fülle der Nutzungsarten ist groß, es können sich Detailfragen im Vollzug ergeben, die dann in der Praxis gelöst werden müssen. Über innovative Lösungsmodelle, geänderte Bestimmungen, praktische Handhabung und mögliche Sonderfälle berichten Ministerialrat Erich Allgeier und Ministerialrat Ulrich Staiger von der Obersten Bauaufsicht im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung.

Wichtigkeit Brandschutzkonzept

Mit der Frage nach dem passenden Wohnraum geht auch die Frage nach dem Brandschutzkonzept einher. Denn selbstverständlich muss eine sichere Unterbringung gewährleistet sein. Absolutes Muss ist die Ausstattung mit Rauchmeldern. Doch das ist nicht alles. Von besonderer Wichtigkeit sind Brandschutzkonzepte, die auf die Bedürfnisse der Nutzungsart abgestimmt sind. Dazu gehören Rettungspläne und Notausgänge für die Möglichkeiten der Eigenrettung sowie betrieblich-organisatorische Maßnahmen wie der Einsatz von Sicherheitsdiensten. Erklärungen müssen in den Sprachen der Bewohner verfügbar sein und die Bewohner müssen entsprechend aufgeklärt werden: „Flüchtlinge müssen erklärt bekommen, wie das System Retten und Löschen in Deutschland funktioniert. Das ist wichtig, denn in anderen Kulturen gibt es oft andere Regelungen und Standards. Nur durch Aufklärung kann verhindert werden, dass die Menschen durch unbewusstes Fehlverhalten sich und andere in Gefahr bringen“, so Dipl.-Ing. Franz Schächer, Vorsitzender der Fachgruppe Brandschutz der Ingenieurkammer Hessen. Die Aktivierung von Liegenschaften und die Sicherstellung von Brandschutz sind weitere Themen, über die Thomas Platte und Dipl.-Ing Karlheinz Günther vom Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) informieren. Als Praxisbeispiel dienen die Ray Barracks Friedberg, die vom Land erst seit Kurzem als Erstaufnahmeeinrichtung genutzt werden. Ebenfalls aus der Praxis berichtet Tobias Lechner, dessen Bauunternehmung in modularer Bauweise Massivbauten für Flüchtende erstellt. Baulicher und organisatorischer Brandschutz Dem Thema baulicher Brandschutz, speziell der Schottung von Leitungsanlagen, widmet sich der Vortrag von Dipl.-Ing. Andrej Kowalew, stellvertretender Vorsitzender der Fachgruppe Brandschutz. In seinen Ausführungen macht er deutlich, wie wichtig die korrekte Schottung von Strom-, Wasser- und Gasleitungen ist. Nur so kann sichergestellt werden, dass sich ein Brandereignis, verursacht beispielsweise durch eine defekte Leitung, nicht weiter im Haus oder Gebäude ausbreitet. Honorierung und Haftung Weitere Themen des Tages sind die Honorierung von Leistungen im Brandschutz und Beispiele von korrekter Beschilderung und Beleuchtung, die zeigen, wie im Falle eines Brandes schnell und sicher der Weg nach draußen gefunden wird. Mit dem Vortrag „Fallstricke und Haftung bei der Brandschutzplanung“ schließt dann der 14. Fachplanertag.