Wiesbadener Rauchmeldertag am 13. August war ein voller Erfolg
Zum fünften Male wurde der internationale Rauchmeldertag in Wiesbaden veranstaltet, der bei der Bevölkerung wieder auf großes Interesse stieß. Mit der Aktion sollte in diesem Jahr noch einmal besonders viel Aufmerksamkeit auf die kleinen Lebensretter gelenkt werden. Denn bis zum Jahresende muss jeglicher privater Wohnraum in neun Bundesländern mit Rauchmeldern ausgestattet sein. Bisher galt dieses nur für Neu- und Umbauten. Bei der Anschaffung und Installation von Rauchwarnmeldern gilt: Sie sollten immer ein VdS-Prüfzeichen haben.
Rund 600 Menschen sterben jedes Jahr bei Bränden, die meisten davon in Privathaushalten. 70 Prozent der Brandopfer sterben nachts in ihren eigenen vier Wänden, 95 Prozent davon an den Folgen einer Rauchgasvergiftung.
Hessen hat eine Rauchmelder-Verordnung. Dennoch sind viele Haushalte nicht mit dem handtellergroßen, batteriebetriebenen Rauchmelder, den man schon für ca. 15 Euro im Baumarkt erstehen kann, ausgestattet. Besonders nachts sind Wohnungsbrände gefährlich und enden tödlich, weil die Bewohner tief und fest schlafen und Qualm und Feuer erst zu spät entdeckten. Rauchmelder warnen bei Rauchentwicklung sofort mit ihrem schrillen Ton und wecken Schlafende. So können große Schäden zuverlässig vermieden werden.
So erklärten die Wiesbadener Feuerwehr, die Bezirksschornsteinfeger - und die Elektroinnung, die Wasserversorgung ESWE (Löschwasser) und Brandschutzingenieure der Ingenieurkammer Hessen den Bürgern unermüdlich den Sinn und die einfache Handhabung von Rauchmeldern. Denn nicht das Feuer an sich ist gefährlich für Schlafende, sondern es sind die Rauchgase, die sich schnell, leise, heiß und giftig in den Räumen verbreiten. Tod durch Ersticken im Schlaf ist die Folge. Anhand eines Puppenhauses wurde den Interessierten eindrucksvoll gezeigt, wie sich Rauch im Zimmer und im Haus ausbreitet. Mutige konnten testen, wie schlecht die Sicht bei Rauch wird, in dem sie ein paar Schritte in einem großen, rauchgefüllten Zelt versuchten und sich bemühten, nicht die Orientierung zu verlieren.
Nachrüstpflicht bis Ende 2014
Vor fünf Jahren hat das Land Hessen eine Nachrüstpflicht erlassen. So sind nicht nur für Neubauten Rauchmelder vorgeschrieben, sondern für alle Wohnungen und Häuser. Eigentümer und Vermieter müssen sich bis Ende 2014 darum kümmern.
Fachgruppe Brandschutz
Dipl.-Ing. Franz Schächer